Kraft

Kraft bezeichnet die Fähigkeit des Nerv-Muskel-Systems durch Muskelkontraktion Widerstände zu überwinden (konzentrische Arbeit), ihnen entgegenzuwirken (exzentrische Arbeit) oder sie entgegengesetzt der Schwerkraft zu halten (statische Arbeit).

 



Kraft brauchen wir in jeder Lebenslage. Sie erlaubt es uns aufrecht zu stehen, zu gehen - generell unseren Körper gegen die Schwerkraft aufzurichten und aufrecht zu halten.

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Warum sollte man seine Kraft trainieren?

 

Allgemein kann man sagen, dass Krafttraining jeder Person nutzt. Kraft wird im Alltag in manigfaltiger Ausführung benötigt und somit ist diese konditionelle Fähigkeit unabdingbar. Darüber hinaus bringt gezieltes Krafttrainign viele Vorteile mit sich. Sei es, dass wir uns dadurch in unserer spezifischen Sportart weiterentwickeln, oder unsere Rückenschmerzen  lindern aber auc einfach um unser körperliches Wohlbefinden zu steigern. (Beachte: Ich sage nicht, dass man mit Krafttraining alleine Rückenschmerzen beseitigen kann, allerdings kann es dabei helfen)

 


Welche Art von Krafttraining eignet sich am besten für mich?

 

Wenn man an Krafttraining denkt, kommt einem zweifelsohne das Bild eines Fitnessstudios mit unzähligen Maschinen in den Sinn, an denen man brav und isoliert trainiert, oder aber man denkt an Bodybuilder à la Arnold Schwarzenegger, die mit Tonnen an Gewicht auf der Langhantel sich aufpumpen. Grundsätzlich sind das die Ursprungsformen des Krafttraining, wie wir es heute kennen. Allerdings haben sich mit der Zeit weitaus mehr Krafttrainings-Arten ausgeprägt. Im folgenden möchte ich die zwei "gängigsten" Arten vorstellen.


Trainingsarten im Vergleich

Bodybuilding

 

Der Körperkult hat das moderne Kraftraining geprägt. Viele der Maschinen und Übungen, die wir heutzutage im Fitnessstudio vorfinden basieren auf den Erfindungen der Bodybuilder.

Viele dieser Übungen sind so konzipiert, dass sie einzelne Muskeln isolieren, um hier den maximalen Reiz für maximales Wachstum setzen zu können.

 

Diese Trainingsart mag sinnvoll sein, für alle, die nur ihre Optik formen wollen, allerdings macht es für die meisten wenig Sinn so zu trainieren, weil im Alltag nie ein Muskel wirklich isoliert arbeitet, sondern immer im Verbund mit den anderen Muskeln der Ablaufkette zusammen.

 

Natürlich trainieren auch Bodybuilder komplexere Übungen, wie Kniebeugen oder Klimmzüge, die die gesamte Muskelkette beanspruchen. Solche Übung sind von wesentlich größerem Nutzen für den Alltag des Einzelnen. 

Calisthenics

 

Wenn wir Bodybuilding als das eine Extrem betrachtet, dann ist die Calisthenics-Szene wohl das Andere.

Calisthenics kommt vom griechischen  kalos= schön und sthenos= Kraft, übersetzt heißt es also "schöne Kraft."

Und darum geht es auch beim Calisthenics, weil hier nur mit dem eigenem Körpergewicht trainiert wird, und zwar nicht um möglichst viel Kraft aufzubauen, sonder viel mehr, um möglichst komplexe Bewegungen mit dem eigenem Körpergewicht zu absolvieren.

Klimmzüge sind zum Beispiel eine Grundfertigkeit im Calisthenics, die sich mit fortschreitendem Trainingsstadium zu Muscle Ups oder One-Arm-Chin-Ups entwickeln können.

So schön Calisthenics auch ist, so hat es doch den Nachteil, dass es für Einsteiger sehr schwierig ist sich an das Training hernazutasten. Leute ohne vorherigen sportlichen Hintergrund schaffen für gewöhnlich nämliche keine Klimmzüge.

Was können wir aus beiden Trainingsarten lernen?

 

 

Als erstes muss man natürlich überlegen, was die persönlichen Trainingsziele sind:

Hauptkriterien zur Entscheidung sind beispielsweise ob man einfach nur Kraft oder Relativkraft (=Kraft im Verhältnis zum Körpergewicht) aufbauen möchte, oder ob man einfach nur aus ästhetischen Gründen trainiert, oder möchte man seine Athletik verbessern?

Nun ist es sinnvoller funktionell zu trainieren, wenn man rein auf Kraft oder Athletik aus ist.  Funktionell heißt: komplexere Übungen, die die gesamte Muskelkette mit einbeziehen. Für den Einzelnen sind diese Übungen  sinnvoller, da sie eine höheren Übertragunswert in den Alltag oder in die Hauptsportart haben, als es bespielsweise Isolationsübungen haben.

Außerdem verbessern sie bezogen auf den Kraftaspekt die intermuskuläre Koordination d.h. das Zusammenspiel der einzelnen Muskeln untereinander, was eine gesteigerte Kraftleistung zur Folge hat.

Für die reine Ästhetik ist reines Bodybuilding-Training wohl die beste Wahl, für die beiden anderen Trainingsziele, kann eine gezielte Kombination aus komplexen Krafttrainings-Übungen, die aus dem Bodybuilding kommen, zusammen mit einigen Übungen aus dem Calisthenics-Bereich wahre Wunder bewirken.

Vor allem im Bezug auf Relativkraft im Oberkörper ist Calisthenics wirklich ratsam, wenn auch für den Unterkörper Übungen wir Kreuzheben und Kniebeugen mit der Langhantel sowie etliche Variationen davon nicht wegzudenken sind.

 

 

Kraft in Relation zu den anderen konditionellen Fähigkeiten:


Aufgrund dessen, dass wir Kraft für die Stabilisierung und Fortbewegung unseres Körpers benötigt wird, ist sie an allen anderen konditionellen Fähigkeiten mitbeteiligt. So ist die Maximalkraft bestimmende Größe für die Kraftausdauer sowie die Schnellkraft und Explosivkraft. Dadurch sollte klar werden, dass die Kraft direkt für unsere Schnelligkeit verantwortlich ist und indirekt auch unsere Ausdauerleistung mitbestimmt.

Im Bereich der Beweglichkeit ist es außerdem wichtig auch in den Endbereich der Bewegung Kraft generieren zu können, um den zentralen Nevensystem signalisieren zu können, dass die Bewegung sicher ist.


Abschließend kann gesagt werden, dass Kraft unabdingbar ist für unsere sportliche Performance sowie unseren Alltag.

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