Fett macht Fett?

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Fette machen fett.


So oder so ähnlich wurde früher argumentiert, als die Low-Fat-Bewegung ihre Hochzeiten hatte. Mittlerweile liegt zwar Low-Carb im Trend, allerdings ist Fett immernoch verpöhnt. 

Wenn nun mal die reinen Fakten betrachtet, so hat Fett den höchsten Brennwert von allen Markonährstoffen mit 9 Kilokalorien pro Gramm, wobei Eiweiß und Kohlenhydrat jeweils nur mit 4 Kcal/Gramm zu Buche schlagen, verglichen allerdings mit den 7 Kcal/Gramm des Alkohols ist Fett gar nicht mal so sehr schlimm, zumal unsere Westeuropäische Ernährung doch sehr kohlenhydratlastig ist mit unserem Brot, Kartoffel und Nudeln.


Wenn wir nun also rein von der Kalorienbilanz ausgehen, so ist Fett mit Vorsicht zu genießen, da man mit der selben Menge Fett mehr als doppelt so viele Kalorien aufnimmt, wie bei Kohlenhydraten oder Eiweiß.


Nun könnte man ja annehmen, dass man durch gezielten Reduktion des Fettes in seiner Ernährung  seinem Organismus etwas gutes tut, da man nicht mehr so viele Kalorien in so kurzer Zeit zu sich nimmt.  Allerdings sollte man nicht vergessen, dass Fett, genauso wie die anderen Makronähstoffe, eine essentielle Funktion im Organismus einnimmt. So gibt es zum Beispiel manche Vitamine, die nur in Fett gelöst vom Körper aufgenommen und verarbeitet werden können, nämlich Vitamin A, D, E und K. Das heißt, wenn wir kein Fett oder zu wenig Fett aufnehmen, können wir Probleme bei der Resorbtion der unterschiedlichen Vitamine bekommen.

Neben  dieser wichtigen Funktionen dienen Fette ebenso wie Kohlenhydrate als Energielieferant und können auch als Depotfett für schlechtere Zeiten gespeichert werden.

Außerdem dienen sie als Schutz für Organe vor mechanischen Einwirkungen, sind Ausgangsverbindung für diveres Hormone sowie die Gallensäure und sind als Struktur- und Funktionsbestandteil der Zellmembran essentiell für sie.


Somit sollte uns klar werden, dass wir Fette zu uns nehmen sollten, damit unser Körper normal funktioniert. Allerdings bleibt noch offen, was für Fette wir zu uns nehmen sollten, schließlich ist Fett nicht gleich Fett.


Die unterschiedlichen Fett-Arten im Überblick

Grundlegend unterscheidet man Fett in gesättigte und ungesättigte Fettsäuren (gesättige Fettsäuren enthalten Doppelbindungen in den Kohlenstoff-Ketten). Einen Sonderfall bilden hier die sogenannten entarteten Fette, die industrielle gehärtet wurden (Palmfett, Magarine, etc.). Sie stehen zur Zeit unter Verdacht in Korrelation mit koronaren Herzkrankheiten zu stehen. Von daher sollten sie wenig bis gar nicht in der eigenen Ernährung vorkommen.


Bei gesättigten Fettsäuren ist die Datenlage etwas unklar; In Maßen ist ihr Konsum gut für den Körper, allerdings stehen sie in Verbindung mit hohen Cholesterinleveln, wenn man übermäßig viele von ihnen zu sich nimmt. Sie sind vor allem in Milchprodukten wie Käse, Sahne etc. zu finden, aber auch in pflanzlichen Quellen wie Kokosöl.


Nun, da die beiden ersten Gattungen von Fetten als vergleichsweise negativ deklariert worden sind, kommen wir zu den ungesättigten Fettsäuren. Diese werden unterteilt zwischen den einfach ungesättigten Fettsäuren (eine Doppelbindung) und den mehrfach ungesättigten Fettsäuren (mehrere Doppelbindungen) .


Einfach ungesättigte Fettsäuren werden assoziiert mit einem niedrigen Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und stehen in Verbindung mit einer höheren Zellmembran-Flüssigkeit sowie einer postiven Wirkung auf den Cholesterin-Spiegel, in dem sie das "schlechte" LDL (= low density lipoprotein) senken und das "gute" HDL (= high density lipoprotein) erhöhen.



Mehrfach ungestättigte Fettsäuren zählen zu den essentiellen Fettsäuren, die wir zu uns nehmen müssen, da unser Körper sie nicht selbst produzieren kann. Wichtig für unsersen Körper sind nämlich vor allem Linolsäure und ά-Linolensäure, aus denen der Körper alle weiteren benötigten Fettsäuren herstellen kann.

Grundsätzlich stehen mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Verbindung mit einem niedrigeren Herzinfarkt-Risiko sowie einem gesenkten Risiko von Herzkreislauf-Erkrankungen. Außerdem liegt die Vermutung nahe, dass sie einen gewissen protektiven Effekt vor Krebs haben, allerdings ist die Datenlage hier noch recht unklar, da einige Studie dies nachzuweisen scheinen andere aber von überhaupt keinen Effekt berichten

Omega-3-Fettsäuren ins besonderen haben eine anti-inflammatorische Wirkung auf den Organismnus, d. h. sie senken die Entzündlichkeit des Körpers und wirken entzündungshemmend auf diverse Prozesse im Organismus.

Omega-6-Fettsäuren hingegen sollen pro-inflammatorisch auf den Organismus wirken, also eher Entzündungen auslösen, als sie einzudämmen.



Was bedeutet das für uns?


Nun da wir den Makronährstoff Fett ausgiebig durchleuchtet haben, könne wir sagen, das Fett nicht grundssätzlich schlecht für unseren Organismus ist und  nicht automatisch zur Fettleibigkeit führt. Allerdings sollte man in Anbetracht des Kaloriengehaltes die Menge an Fett, die man zu sich nimmt im Auge behalten.

Außerdem ist Fett nicht gleich Fett, denn auf die Art kommt es an. So sollte man vor allem die Trans-Fette oder entartete Fette (Palmfett, Magarine etc.) meiden und eher auf einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren setzen (Lachs, Lein- und Chiasamen, Olivenöl, etc.). Gesättigte Fettsäuren sind nicht per se schlecht, sollten aber auch nicht in rauen Mengen gegessen werden. 

Insgesamt ist ein ausgewogener Konsum an vornehmlich ungesättigten Fettsäuren sehr gesund für uns.

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